Die Burg im Mittelalter

Burgen waren wesentlicher Teil der mittelalterlichen Infrastruktur. Heute sind sie Denkmäler in unserer Landschaft und zeigen deren Geschichte sowie Ausschnitte des mittelalterlichen Alltags.
Nur wenn man die Geschichte solcher Bauwerke oder eines Raumes kennt, hat man auch ein Fundament, um für diese auch Neues zu schaffen und die Zukunft zu gestalten. So in der Stadt- und Raumplanung sowie Architektur. Es zeigt sich immer wieder, Technik alleine reicht auf Dauer nicht aus.
 
Burg Rothenfels
 
Der deutsche und europäische Burgenbau im Mittelalter

Die europäische Burg war als Wehrbau vom 11. bis zum 15. Jahrhundert ein besonders ausgeprägtes Bauwerk. Sie unterschied sich als befestigter Wohnsitz mit den Burgelementen: Bergfried, Ringmauer, Burgtor und Wohngebäude völlig von den antiken großen Befestigungen und Stadtburgen. Die klassischen, hochmittelalterlichen Burgen (letztes Drittel 12. Jh. bis Mitte 13. Jh.) im deutschen Sprachraum waren in Abhängigkeit von ihrer Funktion ausgebildet als


große und kleine Festungsburg: Sitz vieler Bewaffneter/Lehensleute, Territorialzentrum, Residenz mit einem oder zwei Bergfrieden
Wehrburg: wehrhafter Sitz eines Ritters/Ministerialen mit einem Bergfried
Wohnburg: Wohnsitz eines Adeligen mit aufwendigerem Wohnkomfort im Wohngebäude
Satellitenburg: Nebenburg um eine bedeutende Burg oder auch Residenz herum; die zur Unterstützung der Hauptburg diente
Verwaltungsburg: Sitz eines Verwalters eines oder mehrerer Dörfer einer bedeutenden Herrschaft



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